Eigenschaften und Wirkungsweisen von Schriften

Jeden Tag wächst die Anzahl der tollen Schriftarten – die Auswahl ist immens. Aber sollte man Schriftarten nach Gefühl oder persönlicher Vorliebe für seine Arbeit auswählen?

Nicht jeder kennt sich in der Welt der Typografie aus und weiß, welche Wirkung verschiedene Schriftarten haben können. So hat zum Beispiel eine Serifenschrift ganz andere Eigenschaften als eine serifenlose Schrift. Der Zeitungsdrucker gibt Tipps für den richtigen Gebrauch.

Unterschiedliche Schriften haben unterschiedliche Einsatzgebiete. Online findet man viele serifenlose Schriften wie „Arial“ – was auch mitunter daran liegt, dass es früher Monitore mit niedrigerer Auflösung gab als heute und diese die detailreichen Serifenschriften nicht gut darstellen konnten, bzw diese fast unlesbar waren. Serifenlose Schriften wirken darüber hinaus moderner und klarer.

Serifenlose Schriftarten werden außerdem für besonders große oder kleine Schriftgrößen bevorzugt. Zum Beispiel ist das berühmte „Kleingedruckte“ in Verträgen oder in Werbung gerne in einer serifenlosen Schriftart.

Für Lesetexte ungeeignet sind Schriften, die Schreib- und Handschriften nachempfunden sind. Wer würde schon gerne einen langen Text in kunstvoll geschwungenen Buchstaben lesen? Diese Schriftarten, die häufig den Beinamen „Script“ tragen, werden für Drucksachen wie Einladungen genutzt oder als „Eyecatcher“ für Speisekarten oder Flyer.

Sollte man verschiedene Schriftarten kombinieren?

Mit verschiedenen Schriften darf man auch experimentieren. Dokumente müssen nicht immer in klassischen Schriftarten wie „Calibri“ aufgebaut sein. Manchmal ist es auch sinnvoll, Schriften zu mischen – man sucht sich maximal drei Schriftarten aus und baut mit ihnen die Textstruktur auf. So kann zum Beispiel die Überschrift in „Times New Roman“ dargestellt werden, der Fließtext ist dann in „Arial“. Damit wird dem Dokument etwas Dynamik verliehen und das kann gleichzeitig die Motivation des Lesers beeinflussen, den Artikel bis zum Ende zu lesen.

Es gibt drei Zusammenhänge zwischen Schrifttypen, die man kennen sollte, wenn man Schriftarten miteinander kombinieren will:

  • Übereinstimmung: Im Text bleibt die gewählte Schriftart immer gleich, es werden lediglich mehrere Fonts verwendet.
  • Gegensätzlichkeit: Gegensätze ziehen sich an: Zwei oder mehr Schriftarten, die zwar unterschiedlich sind, aber gut zusammen harmonieren.
  • Kollidierend: Zwei Schriftarten, die sich zu ähnlich sind, um zusammen zu funktionieren.

Schriftgrößen und Zeilenabstand

Bei einem Fließtext liegt die ideale Schriftgröße bei 8 bis 12 Punkt (kommt auf die Schrift an, einige wirken größer als andere). Wer sich unsicher ist, kann auch als Test erstmal verschiedene Schriftgrößen Zuhause ausdrucken und nebeneinander legen, um die ideale Größe zu finden. Unterschätzt wird oft die Wichtigkeit des Zeilenabstands; er sollte nicht zu eng sein (ein einzeiliger Abstand wirkt gequetscht) aber auch nicht zu groß (das Schriftbild wirkt auseinander gerissen, der Leser verliert den Anschluss an die nächste Zeile). Hier gilt es, ein gutes Mittelmaß zu finden.

Spaltenbreite

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Breite der Textspalten. Sie sollte weder zu breit noch zu schmal sein. Ist die Spalte zu breit, ist das für fließendes Lesen nicht förderlich; ist sie zu schmal, wird der Text durch die vielen entstehenden Trennungen schwer leserlich. Die Wahl der Spaltenbreite steht unmittelbar im Zusammenhang mit der gewählten Schriftart, Schriftgröße und dem Zeilenabstand.